Unberührter Regenwald oder Reichtum durch Rohstoffe?

Katharina Matt

Der weltweite Bedarf an fossilen Energieträgern steigt, doch der Abbau von Rohstoffen und ihr Konsum sind global ungerecht verteilt. Während im globalen Süden abgebaut und ausgebeutet wird, profitiert der globale Norden – die gewonnen Rohstoffe finden sich in Alltagsgegenständen wie Handys, Batterien und Waschmaschinen wieder.

Im Workshop Unberührter Regenwald oder Reichtum durch Rohstoffe? thematisierte Bewegenswert e.V. Rohstoffkonflikte spielerisch:

Im Planspiel schlüpfen die Teilnehmer*innen in die Rollen der Bevölkerung der fiktiven Region Ginta im tropischen Nebelwald. Durch einen großen offenen Tagebau sollen die dortigen Rohstoffvorkommen abgebaut werden – die Bevölkerung spaltet sich. Die Angst vor der Zerstörung der Natur und der eigenen Lebensgrundlage steht der Hoffnung auf einen wirtschaftlichen Aufschwung und einen verbesserten Lebensstandard in Ginta gegenüber. Können die verschiedenen Lager im Laufe des Spiels aufeinander zugehen, um ihrem gemeinsamen Ziel, dem Voranbringen der Entwicklung der Region, näherzukommen – mit oder ohne Bergbau?

Eine gemeinsame Analyse und Reflexion soll Spiel und Realität verknüpfen.             Der Abbau von Rohstoffen und seine Nutzung sorgt weltweit für Konflikte: Abholzung, Artensterben, Wasser- und Bodenverschmutzung – die Folgen greifen massiv in die ökologischen und sozialen Systeme ein. Auch die erhofften positiven Effekte bleiben meistens aus. Trotz enorm hoher Gewinnmargen leben die Bewohner in unmittelbarer Umgebung in einfachen Verhältnissen, die allgemeine Wirtschaft in der Region wird kaum gefördert, die Arbeitsplätze werden nicht von der lokalen Bevölkerung besetzt – und nicht selten müssen ganze Dörfer umgesiedelt werden. Menschenrechtsverletzungen, Landvertreibungen, Gewalt: Der Rohstoffabbau fordert viel.

Aber – was ist eigentlich meine eigene Rolle im Zusammenhang mit Rohstoffkonflikten? Trage ich eine Teilverantwortung? Was kann ich persönlich tun?

Den eigenen Konsum, Strukturen und Rahmenbedingungen hinterfragen und den sozial-ökologischen Fußabdruck verkleinern, während man den eigenen Handabdruck versucht zu vergrößern – also durch Engagement die Rahmenbedingungen im eigenen Umfeld so gestalten, dass sozial und ökologisch verantwortliches Verhalten leichter, preiswerter und naheliegender wird.

Sowohl das Planspiel als auch die Hintergrundinformationen wurden von Intag e.V. zur Verfügung gestellt. Intag wurde 2008 von ehemaligen Freiwilligen, die mehrere Monate in der ecuadorianischen Region Intag verbrachten, und den Umgang verschiedener Parteien mit dem geplanten Kupferabbau erleben durften. Nach dieser Zeit haben sie es sich zur Aufgabe gemacht, das Bewusstsein für Rohstoffkonflikte in Deutschland zu stärken. Weitere Infos zu Intag findet ihr unter: wwww.intag-ev.de

 

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